Ein neues Kapitel
Seit 2012 gibt die villa p. auf 650 Quadratmetern Einblick in die Geschichte und Vielfalt des Figurentheaters – mit mehr als 1.200 Puppen, Figuren und Objekten aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen.
Jetzt beginnt ein neues Kapitel: Die Sammlung kommt in Bewegung. Aus der Depotsammlung wird ein offener Ort zwischen Kunst, Theater, Forschung und Stadt – ein Ort, an dem die Sammlung nicht nur betrachtet, sondern befragt, benutzt, erforscht und weitererzählt wird.
Wir machen das Depot zum Ausgangspunkt für etwas Neues. Die villa p. wird Museum, Bühne, Werkstatt und Forschungsort zugleich. Künstler*innen bringen die Sammlung ins Spiel. Wissenschaftler*innen stellen neue Fragen an sie. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können entdecken, untersuchen, bauen, ausprobieren und widersprechen. Historische Figuren treffen auf zeitgenössische Kunst, neue Technologien und die Fragen unserer Gegenwart.
Puppen, Masken, Figuren und Objekte begleiten Menschen seit Jahrtausenden. Was treibt den Menschen an, immer wieder Abbilder von sich selbst zu erschaffen? Suche scheint dem menschlichen Sein eingeschrieben: Suche nach Erkenntnis, nach Sinn, nach einem Verständnis von sich selbst und der Welt.
Puppen und Objekte sind Zeugen ihrer Zeit. Sie erzählen von Macht und Ohnmacht, von Sehnsucht und Identität, von Schönheit und Fremdheit.
Im Abbild begegnen wir uns selbst – und dem Anderen.
Wir können ausprobieren, was geschieht, wenn das Vertraute auf das Fremde trifft, wenn wir die Perspektive wechseln, wenn ein Gegenüber entsteht, das von uns geschaffen wurde – und uns dennoch widerspricht.
Das Spiel mit dem Abbild ist ein Labor.